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Der Untergang - Indianer im 21. Jahrhundert

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Die Enxet- und Ayoreo-Indianer leben im Buschwald, des sogenannten Chaco. Das Land der 16000 Enxet wird von riesigen Viehzuchtbetrieben eingenommen, auf dem sie der Willkür der Farmbesitzer ausgeliefert leben. Einige von ihnen arbeiten unter entsetzlichen Bedingungen auf diesen Farmen; alle anderen leben vom Jagen und Sammeln, wobei aber der Zugang zu ihre Land von den reichen Landbesitzern überwacht wird.

Die 2000 Ayoreo bewohnen eine Fläche, die sich zwei religiöse Gruppierungen teilen – die Mennoniten und die amerikanische New Tribes Mission. In beiden Regionen sind die vorherrschenden Verhältnisse äußerst schlecht.

Die Ayoreo und Enxet haben gegenüber der Regierung Anspruch auf kleine Teile ihres Territoriums erhoben.

Auf Vorschlag der Europäischen Kommission entstand 1994 das Projekt „Sustainable Development in the Paraguayan Chaco" (Nachhaltige Erschließung des Chaco in Paraguay). Obwohl dieses eigentlich das Wohl der Chaco-Indianer fördern sollte, nahm man auf sie nur sehr begrenzt Rücksicht.

Nach dem Versuch von Survival und den Enxet, auf die Abgeordneten einzuwirken, stellte man die Bedingung auf, dass das Projekt erst genehmigt würde, wenn man den Ansprüchen der Indianer bezüglich ihres Grund und Bodens entgegengekommen sei.
Nachdem die verbleibenden, indianischen Gruppen im Chaco - dem größten Dornbusch Savannengebietes Südamerikas - kaum eine Überlebenschance mehr haben hören die Schreckensnachrichten aus  dem Nordosten Paraguays nicht auf.

Doch trotz der Tatsache, dass letztendlich nur eine der 47 Forderungen nach Gebietsbestätigung bewilligt wurden, drückte die Kommission ihr Projekt durch. Heute haben die meisten der ursprünglichen Einwohner weiterhin keinen eigenen Platz zum Leben. Dafür haben sich viele fachmännische Berater und Regierungsbeamte an den Fördergeldern eine goldene Nase verdient.

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Chacoindianer leben unter ärmlichsten Verhältnissen

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Ein Leben verdrängt an den Straßenrand, zwischen Müll und Sumpf

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Einzige Einnahmequelle, für die es keinen Absatzmarkt gibt, geflochtenes Kunsthandwerk

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Gefördert von der Europäischen Kommision. Hilfe in Form von einheitlichen Schultaschen. Der Schuppen jedoch stellt die Schule da und wurde bei der Hilfsmmaßnahme genauso übersehen, wie die fehlenden Schuhe einiger Indianerkinder. Von den sanitären Anlagen (im Hintergrund weißer Verschlag) wollen wir gar nicht reden. Hier sind "Freiwillige gefragt!"

Fortsetzung unten

Schreckensnachricht I
Ein brasilianisches Viehzucht-Unternehmen versucht bei der Regierung Paraguays die Erlaubnis für die Zerstörung eines Waldgebiets zu erhalten, das die Heimat einer der letzten unkontaktierten indigenen Gruppen der Welt ist.

Das Unternehmen, Yaguarete Pora S.A., hat beim paraguayischen Umweltministerium die Lizenz beantragt, ein Gebiet zu nutzen, in dem unkontaktierte Ayoreo-Totogiegosode leben. Yaguarete ist in Besitz dieses Landes, allerdings wurde dem Unternehmen auf Druck örtlicher Organisationen die Nutzungslizenz entzogen, nachdem Satellitenbilder die Zerstörung des dortigen Waldes enthüllt hatten. Weiterhin hielt Yaguarete eine Untersuchungskommission des Umweltministeriums davon ab, das Gebiet zu betreten.

„Das Umweltministerium darf Yaguarete keine neue Lizenz erteilen“, warnt die lokale Organisation GAT, die sich für die Totobiegosode, wie Red Vision einsetzt. „Wenn doch, so könnte dies das Ende der letzten unkontaktierten Totobiegosode bedeuten.“

Yaguarete gab erst vor kurzem bekannt, einen kleinen Teil des Waldes als „Naturreservat“ aufrecht zu erhalten – ein Vorhaben, das man als „grüne Rhetorik der übelsten Sorte“ verurteilt hat.

Einige Angehörige der Totobiegosode stehen bereits mit der Außenwelt in Kontakt und verlangen ihren Rechtsanspruch auf das Land. Bisher wurde nur ein kleiner Teil davon geschützt, während große Waldflächen weiterhin für die Viehzucht abgeholzt werden.
„Red Vision drängt die Regierung Paraguays, Yaguarete nicht die Erlaubnis zu erteilen das Land der Totobiegosode zu nutzen. Eine solche Erlaubnis würde einen Verstoß gegen das Völkerrecht und gegen die Erklärung der Vereinten Nationen für die Rechte indigener Völker bedeuten und das Überleben der Totobiegosode gefährden.“


Schreckensnachricht II

Die letzten unkontaktierten Indianer Südamerikas außerhalb des Amazonasbeckens wurden dabei beobachtet, wie sie offenbar vor der rapiden Zerstörung ihres Lebensraums, des Waldes, flohen.

Der Wald, in dem diese Indianer leben, wird mittlerweile wesentlich schneller zerstört als der Wald im Amazonas. Das Gebiet wird illegal planiert, um offenes Land für die Viehzucht zu schaffen.

Die Indianer sind Mitglieder der Ayoreo-Totobiegosode, die in den dichten Wäldern Paraguays leben.

Es ist wahrscheinlich, dass die Anwesenheit der Planierraupen auf ihrem Land die Indianer dazu zwingt, in andere Gebiete, östlich der abgeholzten Zone auszuweichen.

Die Totobiegosode haben alleine in diesem Jahr 6000 Hektar ihres Landes an Unternehmen verloren, die Weideland für die Viehzucht brauchten. Seit Mai 2008 hat sich die Größe des Gebiets, das zerstört wurde, fast verdreifacht. Beide Unternehmen, die das Land der Totobiegosode zerstören, sind brasilianisch: Yaguarete Porá SA und River Plate SA. Neben den erschreckenden Auswirkungen der Zerstörung ihres Zuhauses durch Bulldozer könnte jeder Kontakt zwischen Arbeitern und den Totobiegosode schnell zu Todesfällen auf beiden Seiten enden. Viele Ayoreo sind bereits bei früheren Zusammentreffen gestorben.

Die Totobiegosode wurden zweimal von anderen Indianern gesehen: einmal eine Gruppe von acht oder neun Männern und eine kleinere Gruppe wenige Tage zuvor.

Esoi, ein Angehöriger der Totobiegosode, der 2004 kontaktiert wurde und Angehörige unter den unkontaktierten Indianern hat, sagte: „Ich appelliere an die Behörde, die Zerstörung unseres Waldes zu stoppen. Meine Familie ist jetzt dort. Dort sind auch unsere Häuser. Wir verlieren unseren Wald.“

Ein Team der paraguayanischen Regierung versuchte erst kürzlich das Gebiet zu besichtigen, wo Yaguarete Porá arbeitet. Das Unternehmen versperrte ihnen jedoch den Zutritt. Dies rief in Paraguay großflächige Empörung und Verurteilungen hervor.

Die Totobiegosode verlieren ihr Land wesentlich schneller als die Rodung im gesamten Amazonasgebiet fortschreitet. Falls dies so weitergeht, werden sie möglicherweise aussterben. Paraguays neuer Präsident Lugo muss schnell handeln, um sicherzustellen, dass die illegale Zerstörung des Waldes der Totosobiegode durch diese brasilianischen Unternehmen sofort aufhört.
ayoreo_totobiegosode ayoreo totobiegosode - 2004 bei ihrem Erstkontakt

Fortsetzung
Heute leben in Paraguay noch 17 Indianerstämme (siehe unter Menüpunkt: Indianer in Py ) Es gibt keinen einzigen Stamm, der nicht seines Landes beraubt wurde und damitwurden allen Stämmen die Lebensgrundlage entzogen. Wo sollen sie sammeln, jagen, fischen oder Vieh- und Ackerbau betreiben als Landlose?

Obwohl es verschiedene Untergruppen gibt, teilen sie alle dieselbe Religion, in deren Zentrum das Land steht.
Land ist der Ursprung allen Lebens und ist ein Geschenk des 'Großen Vaters' Ñande Ru.

Die Guarani waren eines der ersten Völker, mit denen die Europäer vor etwa 500 Jahren bei ihrer Ankunft in Südamerika in Kontakt kamen. Es gibt etwa 40.000 Guarani in Paraguay, wo Guarani zusammen mit Spanisch Landessprache ist. In Brasilien gibt es etwa 30.000 Guarani und damit sind sie der größte Stamm des Landes. Weitere Guarani leben in den Nachbarländern Bolivien und Argentinien.
Die Guarani sind ein tief spirituelles Volk. Jede Gemeinschaft hat ein Gebetshaus und einen religiösen Führer, den ‘cacique', dessen Autorität mehr auf Prestige als auf formeller Macht beruht.
Die Guarani glauben, dass das 'Land ohne Böses' der Ruheplatz der Seele nach dem Tod ist. Seit Jahrhunderten haben viele Guarani große Reisen unternommen, um das Land ohne Böses in diesem Leben zu finden.

Die Guarani in Brasilien und Paraguay leiden sehr unter dem Diebstahl ihres Landes. Sie erfahren diesen, der fast ihr ganzes Land betrifft, als Beleidigung ihrer Religion und als Zerstörung ihrer Lebensform und ihres Lebensinhalts.
Tausende von ihnen leben nun zusammengedrängt auf kleinen Landparzellen und ihr Lebensraum wird zunehmend von Rinderzuchtbetrieben und Plantagen bedroht.
Vor der Abholzung des Urwaldes lebten die Guaranies vom Jagen und Sammeln in den Wäldern. Heute leben sie vom Betteln, stellen Kunsthandwerk her und ernähren sich einseitig von Maniokwurzeln und gestoßenem Mais. Durch die einseitige Ernährung leiden die meisten an Mangelerkrankungen.
Während sie vor den Kahlschlägen in den Wäldern umherzogen und daher keine Hygieneprobleme kannten, fristen sie heute ihr Dasein auf engem Raum, auf unfruchtbarem, für Weiße unbrauchbarem Land und sind für ansteckende Krankheiten sehr anfällig (z.B. Tuberkulose). Die Guaranies sind heute vom Aussterben bedroht.

Sie werden von Ranchern und Plantagenbesitzern als billige Arbeitskräfte ausgebeutet.  Sie leben teilweise an den Grenzen der Estancien unter ärmlichsten Verhältnissen. Plastikplanen, hergestellt aus zusammengeklebten Einkaufstüten bilden ihren Schutz vor schlechten Witterungsbedingungen. Immer in der Hoffnung auf einen Tageslohn.

Die Guarani in Brasilien und Paraguay leiden besonders unter diesen Verhältnissen, welche bei ihnen zu schweren Depressionen führten. Zwischen 1986 und Anfang 2000 begingen 320 Guarani-Kaiowá Selbstmord - wobei der jüngste Selbstmörder gerade einmal 9 Jahre alt war.

Red Vision bemüht sich, dem Völkermord des 21. Jahunderts entgegen zu wirken.

Wir brauchen "Freiwillige" im In- und Ausland. Wir brauchen Sie!